Alexander von Humboldt und die ästhetische Erfassung der Welt.

Nachdem ich mehrere Tage lang in die Urwälder von morgen im Schwarzwald eingetaucht war und diese vor allen menschlichen Eingriffen geschützten Gebiete (Simmonswald /Sankt-Peter) entdeckt hatte, in denen die Natur allmählich eine wilde Form annimmt, beschloss ich, in eine urbanere Welt zu ziehen. Berlin ist perfekt für den Rest dieser Reise. Diese Stadt ermöglicht es mir, diese Naturerlebnisse mit der Realität einer Weltstadt mit knapp 4 Millionen Einwohnern zu vergleichen. Diese ersten Tage in Berlin und seinen verschiedenen Stadtteilen ermöglichen es mir, meine Vision durch den Besuch einer Reihe von Ausstellungen und Museen zu verfeinern.

Besonders interessant ist für mich eine Sonderausstellung, die dem Entdecker und Naturforscher Alexander von Humboldt gewidmet ist. Dieser Charakter, der die Universität Berlin gegründet hat, wird derzeit in Deutschland und auf der ganzen Welt um den 250. Jahrestag seiner Geburt gefeiert. Dies ist eine perfekte Gelegenheit, diesen Charakter zu entdecken und den Richtlinien meiner Reise nach Deutschland zu folgen. Ein Spaziergang durch die Gänge der Humboldtausstellung im Museum für Deutsche Geschichte in Berlin zeigt ein Echo auf das aktuelle Bewusstsein für den Schutz der Biodiversität. Es war ein wenig wie die Greta Thunberg des 19. Jahrhunderts und weckt vor allem meine Neugierde durch den Blick auf Natur und Territorien an der Wende des 19. Jahrhunderts. Sein Zugang zur Wissenschaft durch die Integration von Bildender Kunst, Botanik, Geologie oder Mineralogie erscheint mir im Moment im Hinblick auf die von mir entwickelten künstlerischen Themen interessant. Die nach diesem Besuch aufgeworfenen Fragen geben mir neue Ansätze für den Umgang mit den Urwäldern von morgen in Deutschland.

Nach diesem Besuch und der Entdeckung von Humboldts Kosmologie war die Gelegenheit perfekt, die Wälder bei Berlin zu erkunden. Die U-Bahn transportiert mich von einer Weltstadt in einen fast unberührten Wald in Brandenburg (Briesetal). Der Briesetalwald gilt als Naturschutzgebiet.

Wasser stehende Bäume in einem Sumpfgebiet – Briesetal nördlich von Berlin, Deutschland – 22.11.2019

Die Entdeckung dieses Biosphärenreservats ermöglicht es mir, die Bilder für eine neue Serie von Zeichnungen über Wälder und Naturschutzgebiete unter Anwendung des Prinzips der Kunstgeographie zu sammeln. Ich sehe diese künstlerische Geographie als eine ästhetische Erfassung der Welt. Nachdem ich die Urwälder von morgen im Schwarzwald besucht habe, bin ich nun in diesem brandenburgischen Biosphärenreservat und wo ich nun den außerordentlichen Reichtum von Humboldts grafischen Werken relativieren kann, der sich nun in verschiedenen plastischen Geschichten verkörpern lässt.

Der Versuch, den “Urwald von morgen” darzustellen, ist eine dieser Geschichten.

Informationen über Alexander von Humbolt:

Er ist Naturforscher, Geograph, deutscher Forscher, aber auch Zeichner und Grafikdesigner, geboren am 14. September 1769 in Berlin und gestorben 1859. Durch die Qualität der topographischen Untersuchungen und der während seiner Expeditionen entnommenen Tier- und Pflanzenproben legte er den Grundstein für wissenschaftliche Erkundungen. Er wandte auf die Erde die altgriechische Vision der Ordnung des Kosmos (die Harmonie des Universums) an und schlug vor, dass universelle Gesetze auch auf das scheinbare Chaos der irdischen Welt anwendbar seien. Humboldt schlägt dann vor, dass man bei der Betrachtung der Schönheit des Kosmos persönliche Inspiration und ein wohltuendes, wenn auch subjektives Bewusstsein für Leben und Natur erhalten kann.

Um weiter zu Alexander von Humboldt und Kunst zu gehen (auf Französisch)

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